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Anerkennungsantrag
Antrag auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer PDF Drucken E-Mail
  
Montag, 01. März 1999 um 00:00 Uhr
Hiermit möchte ich meinen Antrag auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer
gem. Art.4, Abs.3 des Grundgesetzes näher begründen.
 

Die wichtigsten Grundwerte für mich sind absolute Achtung vor dem Leben, Ehrlichkeit und ein faires und tolerantes Verhalten gegenüber meiner Umwelt. Ich möchte mein Leben auf diesen Grundwerten aufbauen.
Das verpflichtet mich zu einem Umwelt bewußten Leben. Gleichzeitig verbietet es sich damit für mich, jegliches Leben zu gefährden oder zu zerstören. Nur so kann ich  ein reines Gewissen bewahren und gleichzeitig ehrlich zu mir selbst sein.
In vielen Situationen hat es sich bestätigt, daß ich die richtige Einstellung  habe , denn leider bin ich nach Besuchen von Musikkonzerten und Fußballspielen Zeuge von Schlägereien geworden. Dadurch habe ich gelernt, daß Gewalt kein Mittel zur Lösung von Meinungsverschiedenheiten ist. Ich bin der Meinung, daß die Anwendung, ja selbst die Androhung von Gewalt menschenunwürdig ist. Sie hat nur Demütigung, Leid und Zerstörung zur Folge. Den Sieg  trägt stets der davon, der über die größte physische Stärke verfügt. Physische Stärke hat jedoch nichts mit Recht und Vernunft zu tun.
Den Dienst mit der Waffe kann ich aus einem weiteren Grund nicht für gut heißen, da er viel zu kostspielig ist.
Eine kleine Armee, mit Menschen die nicht dazu gezwungen werden, würde unserem Land weit mehr Geld sparen als dem Abbau von sozialen Leistungen. Wenn ich sehe und von einigen höre was bei der Ausübung des Wehrdienstes bei der Bundeswehr in diesem Jahr gemacht wird und was dies unserem Bundeshaushalt kostet ist es für mich untragbar dieser Geldverschwendung ruhig zu zusehen. Ich möchte der Allgemeinheit lieber helfen, in dem ich im Zivildienst etwas für Leute oder Institutionen mache die nicht so viel Geld zur Verfügung haben um sich helfen zu lassen.
Abschließend möchte ich sagen, daß ich einer Institution deren Handeln gegen mein Gewissen und meiner Überzeugung steht, keinen ideellen oder gar personellen Beistand gebe. Ich werde stets so handeln, daß ich die Achtung vor mir selbst nicht verliere. Grundlage meines Handelns ist die Überzeugung von der Richtigkeit meines Tuns.
Ich denke, daß ich durch den Dienst ohne Waffe in der Hand, meinem Land einen größeren Nutzen bringen kann.
Jegliche andere Meinung ist für mich ausgesprochener Zwang.

Hochachtungsvoll

Aktualisiert ( Freitag, 29. August 2008 um 11:12 Uhr )